Tholen - Anstatt mehrere Wochen zu warten, können Sie sich innerhalb weniger Tage einen Überblick über die Keimung von Saatgut verschaffen und dabei auch noch Arbeit sparen. Mit einem neuen Saatgut-Scanner hat Sendot ein schönes Stück Automatisierung für Züchtungsunternehmen, aber auch für Pflanzenzüchter und Landwirte, die wissen wollen, welche Art von Saatgut sie haben.
Am Mittwoch, dem 24. Mai, wurde die erste Anlage an einen niederländischen Pflanzenzüchter geliefert. In Houten, dem Hauptsitz des Sensorherstellers, geht man davon aus, dass dies der Startschuss für viele weitere Installationen sein wird, die durch die Serienproduktion ermöglicht werden.

Für die gesamte Kette
Die Messung der Keimung ist nicht neu. Neu ist, dass Sendot einen Scanner entwickelt hat, der kompakt und damit einfach zu bedienen ist. Erwarten Sie keinen riesigen Schrank, sondern einen Roboter, den man sozusagen unter dem Arm von Gewächshaus zu Gewächshaus tragen kann. “Wir gehen davon aus, dass Unternehmen, die sich einmal an unsere Technologie gewöhnt haben, schnell mehrere Scanner anschaffen werden”, sagen Bert van Tol und Arie Draaijer, CEO und CTO von Sendot.
“Unser Ziel ist es, die Qualitätssicherung in der gesamten Kette zu ermöglichen”, ergänzt der kaufmännische Leiter Erwin Gräfe. Sensoren für die gesamte Kette verfügbar zu machen, nicht nur für Wissenschaft und Labore, dafür steht das Unternehmen. “Deshalb müssen unsere Produkte niederschwellig und einfach zu bedienen sein.”
Keimung verfolgen
Sendot bietet einen Roboter, aber nicht unwesentlich auch eine Software, die ein einfaches und klares Ablesen der Daten und eine Analyse in Diagrammen ermöglicht. Bert zeigt ein Beispieldiagramm zur Analyse der Keimung von Tomatensamen. Diese Keimungsrate wird durch den Sauerstoffverbrauch des Samens in der ersten Phase der Keimung bestimmt.
In der Grafik sehen Sie dies in verschiedenfarbigen Linien, eine Farbe pro Samen. In den ersten paar Stunden passiert nicht viel. Der Samen wird zunächst von der Flüssigkeit, in der er sich befindet, benetzt. Die Linie beginnt bei 21%, dem Prozentsatz des Sauerstoffs in der Luft. Sobald er nass ist, beginnt die Keimung. Dann beginnt das Saatgut auch Sauerstoff zu verbrauchen. Sendot kann das messen. Sie tun dies mit einer speziellen, selbst entwickelten (buchstäblich gebackenen) Beschichtung am oberen Ende des Rohrs.

Qualität schnell erkennen
Die Keimung der einzelnen Samen ist sehr unterschiedlich. Die Saatgutlieferanten tun ihr Bestes, um Saatgut mit möglichst gleichmäßiger Keimung zu liefern. Außerdem versprechen sie bei der Lieferung einen bestimmten Prozentsatz des Auflaufens. Es kann jedoch vorkommen, dass das Saatgut, z. B. wenn es schon älter ist, weniger keimfähig ist. Ein kleiner Test mit dem Saatgut-Scanner kann dies aufdecken.
Warum ist dies nützlich? Zum Beispiel bei der Aussaat bei einem Pflanzenzüchter, um genug zu säen, unter Berücksichtigung eines Prozentsatzes von Samen, die nicht keimen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man z. B. nach zwei Wochen bei der Keimung feststellt, dass ein Teil der Samen nicht keimt. Wer dann nachsäen muss, gerät ins Hintertreffen.
Saatgutbehandlung
Der Scanner kann auch bei der Bewertung der Saatgutaufbereitung von großem Nutzen sein. Arie: “Die Landschaft des Substanzeinsatzes verändert sich rapide, immer weniger ist erlaubt und der Einsatz von biologischen Alternativen steckt noch in den Kinderschuhen. Mit dem Saatgut-Scanner ist eine schnelle und automatisierte Bewertung möglich. Das bedeutet, dass weniger Standard-Keimungstests erforderlich sind.”

Prototyp
Wer denkt, hey, diesen Scanner habe ich schon mal gesehen, könnte Recht haben. Ein Prototyp ist bereits bei einem niederländischen Züchter im Einsatz. Inzwischen ist Sendot bereit, mit der Serienproduktion zu beginnen. Ein 3D-Drucker ist in Houten in Betrieb.
Wer den Saatgut-Scanner noch nicht kennt, ist vielleicht schon mit den verschiedenen anderen Sensoren von Sendot vertraut. “Unser Photosynthese-Sensor ist im Moment sehr schnell unterwegs”, sagt Erwin. “Aber wir haben zum Beispiel auch einen Sauerstoffsensor, der Temperatur und Sauerstoff in der Wurzelumgebung misst.” Hier wurde eine ähnliche Beschichtung verwendet wie beim Saatgut-Scanner für die Keimung, nur wurde die Beschichtung anders angebracht, nämlich an der Spitze des mobilen Sensors.
Einfacher als mit dem menschlichen Auge
Aus den Kurven der mit den Daten des Saatgut-Scanners erstellten Diagramme, die auf dem Bildschirm zu sehen sind, den der Benutzer mit einem Anschluss an den Saatgut-Scanner anschließt, lassen sich neben der Keimung auch andere Ableitungen ableiten, erklärt Bert. So kann man zum Beispiel feststellen, dass eine Linie im Beispiel stärker abfällt als andere oder viel früher als andere Linien. Diese Samen beginnen später zu keimen. Wenn die Linie stark abfällt, dann ist das Saatgut sehr keimfähig. “Solche Dinge sind bei der manuellen Keimungsanalyse schwer zu messen”, betont der Geschäftsführer. “Man kann die Blattfläche messen, aber das ist ziemlich schwierig, vor allem bei all den kleinen Blättern.”
Außerdem kann der Roboter das schnell erledigen. Der Roboter kann eine Platte oder sogar ein Gestell mit Röhrchen pro Minute verarbeiten. Wie viele Samen sich darin befinden, ist unterschiedlich. Der Roboter kann 48, d. h. 48 Röhrchen, oder 96 auf einmal verarbeiten. “Das sind Zahlen, die der gängigen Praxis entsprechen”, erklärt Bert. Wenn die Samen sehr groß sind, ist auch weniger möglich. 24 Röhrchen zum Beispiel. Mit der Zeit denkt Sendot auch über Roboter für den Plattenwechsel nach. “Dann kann man gar nicht mehr gegen sie punkten”, sagt er.”

Um die Saatgutqualität zu messen, verfügt Sendot bereits über ein mobiler Sensor verfügbar, das Chlorophyll misst. Zusammen mit dem Saatgut-Scanner können die Nutzer selbst noch mehr Daten über die Saatgutqualität erhalten.
