Beim Gemüseanbau im Gewächshaus spielt die Sauerstoffkonzentration im Substrat eine wesentliche Rolle für ein gesundes Pflanzenwachstum und optimale Erträge. Eine stabile Sauerstoffzufuhr zu den Wurzeln ist entscheidend. Sauerstoffmangel kann zu inaktiven Wurzeln führen, was eine Reihe von negativen Folgen hat:
1. Geringere Nährstoffaufnahme - Eine verringerte Wurzelaktivität reduziert die Nährstoffaufnahme, was das Pflanzenwachstum beeinträchtigen kann.
2. Reduzierte Wasseraufnahme - Wurzeln, denen es an Sauerstoff mangelt, verlieren ihre Fähigkeit, Wasser effektiv aufzunehmen, was die Pflanze in eine Stresssituation versetzen kann, insbesondere während Hitzeperioden.
3. Höhere Krankheitsanfälligkeit - Inaktive Wurzeln sind anfälliger für Wurzelkrankheiten, wie z. B. Infektionen mit dem Pilz Pythium, der häufig unter sauerstoffarmen Bedingungen auftritt.
Um die Wirkung von Sauerstoff auf die Widerstandsfähigkeit zu veranschaulichen, wurden Versuche mit Tomaten und Gurken durchgeführt. Die Tomatenpflanzen wurden mit ihren Wurzeln direkt in die Nährlösung gesetzt, während die Gurke zunächst in den Topf gesät und dann auf die Nährlösung gestellt wurde. Allen Nährlösungen wurde Pythium zugesetzt. Die eine Hälfte der Nährlösungen wurde mit Luft durchströmt, während die andere Hälfte nicht durchströmt wurde.
Tomate
Die Sauerstoffmangelsituation führte zu Wurzelschäden bei den Tomatenpflanzen. Pflanzen unter Sauerstoffmangel starben ab, während Pflanzen, bei denen Sauerstoff vorhanden war, zwar geschädigt wurden, aber am Leben blieben.

Gurke
Bei Gurken zeigt sich das gleiche Bild wie bei Tomaten, ohne Sauerstoff sterben die Pflanzen an Pythium ab, wenn Sauerstoff vorhanden ist, kommt es zu einem (begrenzten) Befall, aber die Pflanzen bleiben am Leben.

